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04 Mär

Beim Autofahren in den Sommermonaten ist eine passende Sonnenbrille essentiell, um sich und andere nicht zu gefährden. Worauf Sie beim Kauf achten müssen. Es ist wichtig, dass die Gläser die Farben beim Autofahren so wenig wie möglich verfälschen.

Die Auswahl der passenden Sonnenbrille erfordert fachmännische Beratung. Sie sollte individuell angepasst werden, um die Augen zu schützen und sich und andere nicht zu gefährden. Vor allem für lichtempfindliche Menschen ist eine Sonnenbrille beim Autofahren wichtig, rät Sven Hartlieb vom Zentralverband der Augenoptiker (ZVA). Was Sie beim Kauf einer Sonnenbrille und danach beachten müssen:

1. Graue Gläser beim Autofahren ideal

Sonnenbrillengläser sind je nach Stärke ihrer Tönung in sogenannte Blendschutzkategorien von 0 bis 4 eingeordnet und entsprechend für ganz unterschiedliche Umgebungshelligkeiten ausgelegt. So sind Sonnenbrillengläser der Blendschutzkategorie 4 generell ungeeignet für den Straßenverkehr, da diese Gläser nur drei bis acht Prozent des eintreffenden Lichts durchlassen. Es ist wichtig, dass die Gläser die Farben beim Autofahren so wenig wie möglich verfälschen. Tagsüber ist ein Tönungsgrad von 60 bis 80 Prozent laut Hartlieb ideal. Sonnenbrillengläser mit einem Tönungsgrad ab 25 Prozent sind nicht mehr tauglich für den Straßenverkehr nach Einbruch der Dunkelheit.

Generell muss sichergestellt sein, dass die Möglichkeit der Farberkennung nicht beeinträchtig ist, insbesondere die Erkennung der sogenannten Ampelfarben. Ob eine Sonnenbrille diese Kriterien erfüllt, kann der Augenoptiker mittels eines speziellen Messgeräts einfach ermitteln. Bei der Farbe der Gläser eignet sich Grau laut Hartlieb am besten, weil es die Farben von Verkehrsschildern oder Ampeln nicht verfälscht. Aber auch Braun und Grün seien geeignet. Brillen mit roter oder blauer Farbe verändern den Farbeindruck hingegen stark: "Hier muss dann mehr auf die Symbole geachtet werden."

Selbsttönung bei Brillengläsern: Das sollten Sie wissen

Selbsttönende Brillengläser, die sich in Abhängigkeit von der UV-Strahlung einfärben bzw. eindunkeln, gibt es bereits seit rund 50 Jahren. Doch lange bestand das Problem dieser phototropen Gläser darin, dass ihr Effekt im Auto versagte, weil hier keine UV-Strahlung vorliegt. Dies hat sich mit der neuesten Generation von phototropen Brillengläsern für Autofahrer geändert. Sie reagieren auf sichtbares Licht ebenso wie auf UV-Strahlen und dunkeln auch hinter der Windschutzscheibe eines Autos ein. Sonnenschutzgläser mit einer polarisierenden Wirkung wiederum verhindern die sichtbare Spiegelung des Sonnenlichtes auf glatten Oberflächen. Im Straßenverkehr erhöht dieser Effekt bei Sonneneinstrahlung auf nassen Fahrbahnen die Sicherheit durch eine weitaus bessere Sicht.

2. Der Bügel sollten nicht zu breit sein

Wer viel Auto fährt, sollte zudem darauf achten, dass Fassung und Bügel möglichst schmal gearbeitet sind, damit sie das Gesichtsfeld nicht einschränken. Der ZVA betont, dass Autofahrer durch ihre Sonnenbrillen möglichst nicht im peripheren Sehen eingeschränkt werden sollten. Die Wahrnehmung "aus dem Augenwinkel“ ist gerade für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr von immenser Bedeutung. Die Bügel der Sonnenbrille sollten daher im Schläfenbereich nicht zu breit sein.

3. Fassung individuell anpassen lassen

Jeder Kopf ist anders. Deshalb muss die Fassung der Kopfform individuell angepasst werden. Der Augenoptiker berücksichtigt die Kopfform, den Abstand der Augen, die Schläfenbreite und die Position der Ohren.

4. Sonnenbrille in Sehstärke kaufen

Wer kurz- oder weitsichtig ist und hierfür bereits eine Brille trägt, sollte sich seine Sonnenbrille in den benötigten Stärken anfertigen lassen. Denn Sicherheit und Sehen sind untrennbar miteinander verknüpft.
Beispiel: Bei einer Sehschwäche von minus drei Dioptrien liegt der schärfste Punkt 33 Zentimeter vom Auge entfernt. "Das reicht nicht mal bis zum Tacho", sagt Hartlieb.

5. Genügend UV-Schutz

Die Sonnenbrille sollte zudem ausreichend UV-Schutz bieten. Optimale Sonnenschutzgläser filtern möglichst viele Wellenlängen des Lichtes unterhalb von 400 Nanometern (UV-A, -B, -C) und bieten damit größtmöglichen Schutz vor schmerzhaften Entzündungen der Binde- und Hornhaut oder vor Dauerschäden der Netzhaut.

Nicht die am dunkelsten gefärbten Gläser schützen am besten vor ultravioletter Strahlung, sondern die Sonnenbrille, deren Gläser aus hochwertigem Material mit einem eingebauten UV-Filter gefertigt sind. Auch Kinder sollten Sonnebrillen mit ausreichend UV-Schutz tragen: Hier gibt es Alternativen mit bruchsicheren Gläsern sicheren Spielen in der Sonne.

6. Auf hochwertige Gläser achten

Hochwertige Gläser weisen keine Schlieren, Blasen oder Einschlüsse auf. Auf einen leichten Fingerdruck hin darf das Glas nicht nachgeben. Ein durch ein Sonnenschutzglas fixierter Gegenstand sollte sich beim Hin- und Herdrehen der Brille nicht verziehen oder verzerren. Das CE-Kennzeichen garantiert ein Minimum an Qualitätsstandard.

7. Ausreichende Größe der Gläser

Gläser sollten so groß sein, dass sie die Augen von seitlich, von oben oder durch Reflektion von unten einfallenden Sonnenstrahlen schützen.

8. Brillen mit Polarisationsfilter

Hartlieb empfiehlt außerdem Brillen mit Polarisationsfilter. Dieser schluckt störende Spiegelungen, etwa von Sonnenlicht auf regennasser Fahrbahn. Diese Brillen verhindern die sichtbare Spiegelung des Sonnenlichts auf glatten Oberflächen.

9. Sonnenbrillen pflegen

Wie jede Brille sollte man auch eine Sonnenbrille regelmäßig säubern. Dazu kann ein spezielles Reinigungstuch, das beim Augenoptiker erhältlich ist, verwendet werden. Auch mit einem Geschirrspülmittel und anschließender Spülung mit klarem Wasser wird die Brille sauber. Sonnenbrillengläser, die von Sonnenöl oder Cremeresten verschmutzt sind, sollten nicht mit Feuchtreinigungstüchern, sondern erst mit klarem Wasser gereinigt werden.

10. Sonnenbrille je nach Zweck aussuchen

Die Bezeichnung "UV 400" gibt die Wellenlänge an, unterhalb derer das ultraviolette Licht durch das Glas abgeblockt wird. Ein solcher Wert ist beim Gebrauch im normalen Alltag in der Regel ausreichend, am Meer oder im Gebirge aber nicht unbedingt. Schnee und weißer Sand reflektieren mehr als 90 Prozent der Sonnenstrahlung. In jedem Fall ist eine Beratung für den jeweiligen Zweck der Sonnenbrille sinnvoll. meh/jb

Quelle: © deutsche-handwerks-zeitung.de 2017 - Alle Rechte vorbehalten
 

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